politische Talente
Norbert Röttgen galt als „politisches Naturtalent“ oder „Ausnahmetalent“, dasselbe hatte man auch von zu Guttenberg gesagt und auch von Christian Wulf. bei Röttgen ging es mir von Anfang an so, daß ich in ihm einen Lackaffen und Hohlkopf sah. Genauso ging es mir mit Guttenberg von Anfang bis Ende, und nicht anders mit Wulf. Ich frage mich, wer solche Urteile in die Welt setzt. Was müssen das für Kriterien sein, die dazu führen? Was ist das für eine kulturlose „politische Kultur“, die derartig himmelschreiende Fehlurteile produziert und was ist das für eine Journaille, die solche Fehlurteile monatelang gebetsmühlenartig wiederkäut, ohne zu erbrechen. Habt ihr sie noch alle?
Die CDU hat die Quittung dafür erhalten, daß sie nicht zu unterscheiden weiß zwischen Schulden, die man für etwas macht, worauf ein Teil der Bürger angewiesen ist, und solchen, die sich Ganoven in die privaten Taschen stecken und dann über die anderen lachen, weil die so blöd sind, das zu dulden. Es geht nicht pauschal darum, Ausgaben zu kürzen, weil darunter solche sind, die dazu dienen müssen, einem erheblichen Teil der Bevölkerung zu helfen, in den Genuß von etwas zu kommen, das sie sich sonst nicht leisten könnten und was zum Leben notwendig dazugehört. Es geht vielmehr darum, Leuten, deren Einkommen derart aus der Reihe tanzt, daß es gar nicht verdient sein kann, den Wahn abzugewöhnen, es verdient zu haben, wie sie auch meinen, daß die, die so wenig haben, daß es hinten und vorne nicht reicht, dies auch verdient hätten. Die CDU hat s versäumt, die asoziale, zynische und kriminelle Eigenmächtigkeit der Banken durch Regulierungen und Prozesse zu begrenzen. Ws ist nichts passiert, so daß sich das Desaster von 2008 jederzeit wiederholen kann. Und weil sie bis heute nicht verhindert hat, daß man täglich mit den Boni-Forderungen einer Bande von immer dreister werdenden Ganoven konfrontiert wird.
Die Linke wiederum macht den Fehler zu übersehen oder zu vergessen, daß beinah jeder kleine Mann heutzutage was auf der Bank hat, um dessen Bestand er genauso fürchten muß wie um den Arbeitsplatz. Oftmals ist dieses kleine Polster an angelegten Ersparnissen oder Geerbtem das einzige, was ihr Überleben sichert oder ermöglicht, daß die Kinder studieren können. Wenn einer seinen Job verloren hat oder von dem Minijob-Niveau gar nicht erst runter kommt, dann will er nicht, daß die kleine Erbschaft ihm nicht auch noch weggenommen wird. Die Linke kriegt die Quittung dafür, daß sie mit der Unterscheidung von bösen Kapitalisten und guten Proleten nicht die richtige Unterscheidung trifft und die Kleinbürger fürchten läßt, sie könnten für reich gehalten werden.
Sonntag, 13. Mai 2012